Gabionen bepflanzen ist eine der einfachsten Möglichkeiten, aus einem nüchternen Steinkorbzaun ein grünes, lebendiges Gartenelement zu machen. Ob Bodendecker zwischen den Steinen, Kletterpflanzen am Drahtgitter oder Gräser auf der Kronenfläche – mit der richtigen Pflanzenwahl und etwas Vorbereitung wird aus der Gabione weit mehr als nur ein Sichtschutz aus Stein und Draht.
Warum Gabionen bepflanzen?
Ein unbepflanzter Gabionenzaun wirkt gerade in den ersten Monaten nach dem Aufbau und der Befüllung noch recht kahl. Pflanzen mildern diesen Eindruck, sorgen für Farbe über die Jahreszeiten und verbessern nebenbei das Mikroklima entlang der Grundstücksgrenze. Wurzeln von Bodendeckern und Gräsern stabilisieren zudem die oberste Füllschicht und verhindern, dass sich zwischen den Steinen Unkraut breitmacht. Wer den Zaun ohnehin als Sichtschutz nutzt, gewinnt durch die Bepflanzung zusätzliche Blickdichte, ohne dass die Statik der Steinkörbe verändert wird.
Welche Pflanzen eignen sich für Gabionenzäune?
Nicht jede Pflanze verträgt die Standortbedingungen einer Gabione: Steine speichern Wärme, geben sie aber auch schnell wieder ab, und der Wurzelraum ist durch die Füllsteine begrenzt. Robuste, trockenheitsverträgliche Arten sind daher im Vorteil.
Stauden und Bodendecker
- Fetthenne (Sedum) – genügsam, blüht bis in den Herbst
- Blauschwingel – bildet dichte, niedrige Horste
- Storchschnabel – verträgt Halbschatten und breitet sich flächig aus
- Polsterphlox – blüht früh im Jahr und hängt dekorativ über den Rand
Kletterpflanzen für Gabionen
Das Drahtgeflecht der Körbe eignet sich hervorragend als Rankhilfe. Efeu, Wilder Wein oder Clematis erobern die Fläche selbstständig und sorgen für dichten Bewuchs von oben nach unten. Wer es kontrollierter mag, kombiniert die Gabione mit einem separaten Rankgitter, das vor dem Zaun steht und die Kletterpflanzen führt.
Gräser und Sukkulenten
Auf der Kronenfläche oben auf der Gabione wachsen Ziergräser wie Federgras oder Blauschwingel besonders gut, da sie kaum Staunässe vertragen und von der guten Drainage der Steinschüttung profitieren. Auch Hauswurz und andere Sukkulenten fühlen sich in den mageren, steinigen Fugen wohl.
Pflanzsysteme im Vergleich
Es gibt drei gängige Wege, Pflanzen in oder an eine Gabione zu bringen. Die folgende Übersicht zeigt Aufwand und Eignung im Vergleich.
| System | Aufwand | Geeignet für |
|---|---|---|
| Pflanztaschen im Korb | Mittel | Stauden, Bodendecker in Nischen |
| Erdschicht auf der Krone | Gering | Gräser, Sukkulenten, Polsterstauden |
| Kletterpflanzen am Fuß | Gering bis mittel | Efeu, Wein, Clematis |
Schritt-für-Schritt: Gabionen bepflanzen
- Standort und Lichtverhältnisse prüfen, passende Arten auswählen
- Bei der Befüllung bereits Pflanztaschen oder Zwischenräume für Erde einplanen
- Nährstoffarmes, durchlässiges Substrat einbringen – normale Gartenerde verdichtet zu stark
- Jungpflanzen mit kompaktem Wurzelballen einsetzen und leicht andrücken
- Kletterpflanzen am Fuß der Gabione pflanzen und die ersten Triebe ins Drahtgeflecht einflechten
- Nach dem Pflanzen kräftig angießen
Pflege und Bewässerung
Gabionenbepflanzungen brauchen vor allem im ersten Jahr regelmäßige Wassergaben, da die Steinschüttung Feuchtigkeit schlecht speichert. Danach reichen bei trockenheitsverträglichen Arten meist Niederschläge aus, in längeren Trockenperioden solltest du dennoch nachgießen. Verblühtes im Herbst zurückschneiden und im Frühjahr kontrollieren, ob sich einzelne Pflanzen zu stark ausgebreitet haben.
Häufige Fehler vermeiden
Zu nährstoffreiche Erde lässt viele Gabionenpflanzen schnell vergeilen und macht sie anfällig für Fäulnis. Auch zu enger Pflanzabstand führt dazu, dass sich Wurzeln gegenseitig verdrängen. Und wer Kletterpflanzen ganz sich selbst überlässt, riskiert, dass sie sich unkontrolliert auf Nachbarflächen oder ins Zubehör wie Torbeschläge ausbreiten – ein jährlicher Rückschnitt lohnt sich.
Häufige Fragen
Kann ich jede Gabione nachträglich bepflanzen?
Ja, solange du an die Füllung herankommst, lassen sich auch bestehende Gabionenzäune nachträglich mit Pflanztaschen oder einer Erdschicht auf der Krone begrünen.
Wie viel Erde braucht eine bepflanzte Gabione?
Für einzelne Pflanztaschen genügen wenige Liter Substrat pro Pflanzstelle, für eine durchgehende Kronenbepflanzung rechnest du mit einer Schicht von etwa 10 bis 15 Zentimetern.
Schaden Pflanzenwurzeln der Gabionenkonstruktion?
Bei den empfohlenen flachwurzelnden Arten nicht. Problematisch werden nur tief- und starkwurzelnde Gehölze, die die Füllsteine im Lauf der Jahre verschieben können.
Welche Pflanzen vertragen auch Schatten an der Gabione?
Storchschnabel, Efeu und viele Farne kommen auch mit weniger Sonne zurecht und eignen sich daher für schattigere Gartenseiten.
Du planst einen neuen Gabionenzaun oder willst deinen bestehenden begrünen? In unseren Gabionen-Systemen findest du passende Körbe und Füllsteine, im Ratgeber zur Gabionen-Aufbauanleitung die technischen Grundlagen, und bei Fragen zur Montage hilft dir unsere Montage-Seite weiter.