Anthrazitfarbene Sichtschutzstreifen in einen Doppelstabmattenzaun eingeflochten

Sichtschutzstreifen anbringen: Anleitung für Doppelstabmatten

Sichtschutzstreifen anbringen ist die einfachste Art, aus einem offenen Doppelstabmattenzaun eine blickdichte Grenze zu machen. Du brauchst kein Fundament aufzureißen und keine neuen Elemente zu setzen: Die Streifen werden von Hand in die vorhandenen Maschen eingeflochten. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche Materialien es gibt, wie du die richtige Menge berechnest und wie das Einflechten Schritt für Schritt gelingt.

Materialarten im Vergleich

Sichtschutz für den Doppelstabmattenzaun gibt es in drei Grundformen. Sie unterscheiden sich in Stabilität, Optik und Preis.

Harte PP-Streifen

Die formstabilen Hartstreifen aus Polypropylen sind der Klassiker. Sie sind rund 4,5 bis 5 mm stark, halten ihre Form und wirken auch nach Jahren sauber und gerade. Unsere Premium-Sichtschutzstreifen aus Hart-PP sind auf die Standardhöhe der Matten abgestimmt und lassen sich fest verklemmen. Vorteil: langlebig, blickdicht, windstabil. Nachteil: höhere Windlast als offene Matten (dazu unten mehr).

Weiche PVC-Rollen

PVC-Rollen sind dünner und werden am Stück geliefert. Sie sind günstig und schnell verlegt, wirken aber weniger straff und können bei Wind flattern. Für kurze Abschnitte oder ein befristetes Provisorium sind sie brauchbar, für eine dauerhaft ordentliche Optik empfehlen wir die harten Streifen.

Rattan- und Motivstreifen

Wer eine besondere Optik will, greift zu Rattan-Geflecht oder bedruckten Motivstreifen. Eine breitere Auswahl an Sichtschutzstreifen und Rollen findest du in unserer WPC-Kategorie. Für eine komplett andere Bauart lohnt auch der Blick auf fertige Sichtschutzzäune aus WPC oder Holz.

Material Stabilität Optik Preis
Hart-PP-Streifen hoch gerade, sauber mittel
PVC-Rolle gering kann flattern niedrig
Rattan / Motiv mittel dekorativ höher

Menge berechnen

Beim Doppelstabmattenzaun sitzen jeweils zwei senkrechte Stäbe außen und ein oder mehrere Querstäbe innen. Ein Streifen füllt genau eine waagerechte Lücke zwischen zwei Querstäben. Die Zahl der Lücken hängt von der Zaunhöhe ab, nicht von der Drahtstärke: Eine schwere 8/6/8-Matte hat bei gleicher Höhe dieselbe Zahl an Reihen wie eine leichte 6/5/6-Matte — der Unterschied liegt allein im Drahtdurchmesser. Ob 6/5/6 oder 8/6/8 die richtige Wahl ist, klärt unser Ratgeber 6/5/6 oder 8/6/8.

Die Standardmatte ist 251 cm breit. Pro laufender Reihe brauchst du also einen Streifen von etwa 2,53 m Länge — genau darauf sind unsere Streifen ausgelegt. Rechne so:

  • Streifen pro Matte = Anzahl der waagerechten Lücken (siehe Tabelle)
  • Streifen gesamt = Streifen pro Matte × Anzahl der Matten

Für einen 20 m langen Zaun aus acht Matten à 251 cm mit 180 cm Höhe wären das rund 20 Lücken × 8 Matten = 160 Streifen. Plane ein bis zwei Streifen Reserve je Matte ein.

Anthrazitfarbene Sichtschutzstreifen in einen Doppelstabmattenzaun eingeflochten

Benötigte Streifenanzahl je Zaunhöhe

Die folgende Tabelle nennt Richtwerte für die Zahl der waagerechten Lücken pro Matte. Kleine Abweichungen je nach Hersteller sind möglich — zähle im Zweifel die Reihen an deiner Matte selbst.

Zaunhöhe Lücken pro Matte (6/5/6) Lücken pro Matte (8/6/8) Streifen pro lfd. Meter
80 cm ca. 9 ca. 9 ca. 3,6
100 cm ca. 11 ca. 11 ca. 4,4
120 cm ca. 13 ca. 13 ca. 5,2
140 cm ca. 15 ca. 15 ca. 6,0
160 cm ca. 18 ca. 18 ca. 7,2
180 cm ca. 20 ca. 20 ca. 8,0
200 cm ca. 22 ca. 22 ca. 8,8

Werkzeug und Vorbereitung

Viel brauchst du nicht. Für ein sauberes Ergebnis leg dir zurecht:

  • Sichtschutzstreifen in passender Länge
  • Klemmschienen oder Endkappen zum Fixieren
  • Gummihammer oder feste Handschuhe zum Andrücken
  • Maßband und ggf. Trittleiter bei hohen Zäunen
  • scharfes Cuttermesser oder feine Säge zum Kürzen

Beginne an einem trockenen, nicht zu kalten Tag. Bei Kälte werden die Streifen spröder und lassen sich schwerer biegen. Reinige die Matten grob von Laub und Erde, damit nichts zwischen Streifen und Draht gerät.

Schritt für Schritt einflechten

  1. Startreihe wählen: Beginne unten und arbeite dich nach oben, so liegen die oberen Streifen sauber auf.
  2. Streifen einführen: Schiebe den Streifen waagerecht durch die Lücke — abwechselnd vor und hinter die senkrechten Doppelstäbe. So verkeilt er sich und rutscht nicht.
  3. Durchziehen: Zieh den Streifen bis zum Anschlag durch, bis er über die ganze Mattenbreite gleichmäßig sitzt.
  4. Ausrichten: Richte ihn gerade aus und drück ihn mit dem Handballen oder dem Gummihammer fest an die Querstäbe.
  5. Reihe für Reihe: Wiederhole das für jede Lücke, bis die Matte gefüllt ist. Achte darauf, dass alle Streifen im selben Rhythmus vor/hinter den Stäben laufen — das ergibt die gleichmäßige Optik.
  6. Übergänge: An Pfosten und Mattenstößen die Streifen bündig abschneiden, damit keine Enden überstehen.

Wenn du den Zaun ohnehin erst noch aufstellst, plane den Sichtschutz gleich mit ein. Die Grundmontage der Matten erklärt unsere Aufbauanleitung, und mit dem Zaunkonfigurator stellst du Matten, Pfosten und Zubehör passend zusammen.

Befestigung mit Klemmschienen und Endkappen

Damit die Streifen bei Wind nicht wandern, werden die Enden fixiert. Dafür gibt es zwei gängige Wege:

  • Klemmschienen: Eine senkrechte Schiene wird am äußeren Doppelstab montiert und presst alle Streifenenden gemeinsam. Das ist die stabilste Lösung, besonders bei hohen Zäunen und windigen Lagen.
  • Endkappen: Kleine Clips oder Kappen sitzen auf dem einzelnen Streifenende und verhindern das Herausrutschen. Schnell montiert und unauffällig, aber weniger fest als eine durchgehende Schiene.

In beiden Fällen gilt: Fixiere jeweils am Anfang und am Ende jeder Matte. Bei sehr langen Zäunen lohnt zusätzlich eine Klemmung an jedem Pfosten.

Windlast beachten

Ein wichtiger Punkt, der oft unterschätzt wird: Ein blickdichter Zaun ist auch eine geschlossene Fläche, gegen die der Wind drückt. Eine offene Doppelstabmatte lässt Wind durch, eine mit Streifen gefüllte Matte wirkt wie ein Segel. Die Kräfte auf Pfosten und Fundament steigen dadurch deutlich.

Praktische Konsequenzen:

  • Wähle stabile Zaunpfosten und setze sie in ein ausreichend dimensioniertes Fundament. Wie tief und breit du gießen musst, steht in unserem Ratgeber Zaunpfosten einbetonieren.
  • In windexponierten Lagen ist die schwere 8/6/8-Matte die bessere Basis, weil sie dem Winddruck mehr entgegensetzt als die leichte Variante.
  • Halte den Pfostenabstand eng — je kürzer die freie Spannweite, desto weniger Last pro Pfosten.

Wer von vornherein blickdicht plant, sollte diese Punkte schon bei der Auswahl der Matten und Pfosten berücksichtigen und nicht erst, wenn die Streifen drin sind.

Reinigung und Pflege

Sichtschutzstreifen aus Kunststoff sind pflegeleicht. Zum Reinigen genügt klares Wasser mit einem weichen Schwamm oder der Gartenschlauch. Bei stärkerer Verschmutzung hilft mildes Spülmittel. Verzichte auf aggressive Scheuermittel und Hochdruckreiniger aus kurzer Distanz — beides kann die Oberfläche mattieren. Ein- bis zweimal im Jahr abspülen reicht in der Regel, um die Farbe frisch zu halten.

Häufige Fragen

Wie viele Sichtschutzstreifen brauche ich pro Matte?

So viele, wie die Matte waagerechte Lücken hat. Bei 180 cm Höhe sind das rund 20 Streifen pro Matte, bei 120 cm etwa 13. Die genaue Zahl hängt von der Höhe ab, nicht von der Drahtstärke — 6/5/6 und 8/6/8 haben bei gleicher Höhe gleich viele Reihen.

Kann ich Sichtschutzstreifen auch nachträglich anbringen?

Ja. Die Streifen werden in die vorhandenen Maschen eingeflochten, der Zaun muss dafür nicht abgebaut werden. Prüfe vorher nur, ob deine Pfosten und Fundamente die zusätzliche Windlast tragen.

Was ist besser: harte Streifen oder PVC-Rollen?

Harte PP-Streifen bleiben formstabil, wirken sauberer und flattern nicht. PVC-Rollen sind günstiger und schneller verlegt, aber weniger straff. Für eine dauerhaft ordentliche Optik empfehlen wir die harten Streifen.

Erhöhen Sichtschutzstreifen die Windlast am Zaun?

Ja, deutlich. Eine geschlossene Fläche bietet dem Wind mehr Angriffsfläche als eine offene Matte. Deshalb sind bei blickdichten Zäunen stabile Pfosten und ein solides Fundament wichtig, in windigen Lagen am besten in Verbindung mit der schweren 8/6/8-Matte.

Wie reinige ich die Streifen richtig?

Mit klarem Wasser und einem weichen Schwamm, bei Bedarf etwas mildes Spülmittel. Keine Scheuermittel und keinen Hochdruckreiniger aus kurzer Distanz verwenden, damit die Oberfläche nicht mattiert.

Bereit für einen blickdichten Zaun? Stell dir im Zaunkonfigurator deine passende Kombination aus Matten, Pfosten und Sichtschutz zusammen oder stöbere direkt in unseren Sichtschutzstreifen und Rollen. Bei Fragen zur richtigen Menge oder zur Windlast beraten wir dich gern.