Ein Solarzaun verbindet die klassische Grundstückseinfriedung mit der Stromerzeugung durch Photovoltaik-Module, die senkrecht oder leicht geneigt in die Zaunfelder integriert werden. Statt Fläche auf dem Dach zu nutzen, wird die ohnehin vorhandene Zaunlänge zur Energiequelle. In diesem Ratgeber erklären wir, wie ein Solarzaun funktioniert, was rechtlich zu beachten ist und für wen sich die Investition lohnt.
Wie funktioniert ein Solarzaun?
Bei einem Solarzaun werden bifaziale oder klassische Photovoltaik-Module anstelle einzelner Zaunfelder oder als Aufsatz auf einen bestehenden Sichtschutzzaun montiert. Die Module werden über einen Wechselrichter, meist als steckerfertige Einheit ähnlich einem Balkonkraftwerk, an das Hausnetz angeschlossen. Da die Module senkrecht stehen, fällt der Ertrag pro Fläche geringer aus als bei geneigten Dachanlagen, dafür wird ungenutzte Zaunlänge sinnvoll doppelt verwendet.
Vorteile gegenüber dem Balkonkraftwerk
- Nutzung von Fläche, die sonst ungenutzt bleibt, etwa entlang der Grundstücksgrenze.
- Kein zusätzlicher Platzbedarf im Garten, da der Zaun ohnehin vorhanden ist.
- Senkrechte Module liefern durch den flacheren Sonnenwinkel auch im Winter vergleichsweise gute Erträge am Morgen und Abend.
- Kombinierbar mit klassischem Sichtschutz aus unserem Bereich Sichtschutzzaun.
Ertrag: Wie viel Strom liefert ein Solarzaun?
Der Ertrag hängt stark von Ausrichtung, Verschattung und Modulfläche ab. Da die Module senkrecht montiert werden, liegt der Jahresertrag pro Kilowattpeak in der Regel unter dem einer optimal geneigten Dachanlage. Für private Steckerlosungen ist aktuell ohnehin eine Einspeiseleistung von 800 Watt vorgesehen, sodass sich der Solarzaun vor allem als Ergänzung zur Grundlastdeckung eignet, weniger als vollständiger Ersatz einer Dachanlage.
Was ist rechtlich erlaubt?
Ein Solarzaun gilt baurechtlich in der Regel wie eine normale Einfriedung, solange die zulässige Zaunhöhe deines Bundeslandes eingehalten wird. Details zu Abständen und Höhenvorgaben findest du im Ratgeber Zaun an der Grundstücksgrenze. Bei steckerfertigen Anlagen bis 800 Watt ist meist lediglich eine Anmeldung im Marktstammdatenregister sowie beim Netzbetreiber nötig, eine Baugenehmigung ist für die Zaunhöhe selbst in der Regel nicht erforderlich. Prüfe dennoch vor der Montage die aktuellen Vorgaben deiner Kommune.
Solarzaun im Überblick
| Aspekt | Solarzaun |
|---|---|
| Ausrichtung | Senkrecht, meist Süd bis West |
| Typischer Ertrag | Geringer pro kWp als Dachanlage |
| Genehmigung | Meist nur Anmeldung, keine Baugenehmigung |
| Kombination | Mit Sichtschutz und Doppelstabmatte kombinierbar |
| Besonderer Vorteil | Doppelnutzung vorhandener Zaunfläche |
Montage und Statik
Photovoltaik-Module bieten dem Wind deutlich mehr Angriffsfläche als eine offene Doppelstabmatte, weshalb Pfosten und Fundamente entsprechend stabiler ausgelegt werden müssen. Grundlagen zur Windlastberechnung findest du in unserem Ratgeber Windlast beim Sichtschutzzaun. Als tragende Struktur eignen sich robuste Alu- oder Doppelstabmattensysteme aus unserem Bereich Alu-Sichtschutz besonders gut, da sie ausreichend Stabilität für die zusätzliche Modulfläche bieten.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Die Kosten für einen Solarzaun liegen durch Module, Wechselrichter und verstärkte Unterkonstruktion deutlich über denen eines klassischen Sichtschutzzauns. Wer ohnehin einen neuen Zaun plant, kann die Mehrkosten für die Solarintegration gegen die spätere Stromersparnis gegenrechnen. Plane dein Projekt am besten schrittweise: Zuerst die passende Zaunstruktur auswählen, etwa über unseren Zaunkonfigurator, und anschließend die Solarerweiterung mit einem Fachbetrieb für Elektrotechnik planen.
Häufige Fragen
Ist ein Solarzaun genauso effizient wie eine Dachanlage?
Nein, durch die senkrechte Montage liegt der Ertrag pro Kilowattpeak in der Regel unter dem einer geneigten Dachanlage. Der Solarzaun eignet sich vor allem zur Ergaenzung, wenn keine geeignete Dachflaeche vorhanden ist.
Brauche ich fuer einen Solarzaun eine Baugenehmigung?
In der Regel nicht, solange die zulaessige Zaunhoehe eingehalten wird. Notwendig ist meist nur die Anmeldung der Anlage im Marktstammdatenregister und beim Netzbetreiber.
Kann ich einen bestehenden Sichtschutzzaun nachtraeglich mit Solarmodulen ausstatten?
Teilweise ja, allerdings muss die vorhandene Pfosten- und Fundamentkonstruktion oft verstaerkt werden, da Module mehr Windangriffsflaeche bieten als eine offene Matte.
Lohnt sich ein Solarzaun finanziell?
Das haengt stark von Ausrichtung, Verschattung und Strompreis ab. Da die Investitionskosten hoeher liegen als bei einem klassischen Zaun, lohnt sich eine individuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung vor der Planung.
Du möchtest einen neuen Zaun planen, der später auch mit Photovoltaik erweiterbar ist? Stelle dir eine stabile Basis aus unserem Bereich Sichtschutzzaun oder Alu-Sichtschutz zusammen und plane dein Projekt direkt im Zaunkonfigurator.